Auf neuen Wegen

von Heribert Sextl (Kommentare: 0)

Unsere Räume in der Maillingerstraße sind immer noch zu – aber Lighthouse ist trotzdem offen.

In den letzten Wochen haben wir viele neue Wege ausprobiert, um mit den Menschen, die zu Lighthouse gehören und die uns am Herzen liegen, in Kontakt zu bleiben:
Wir schicken Lighthouse nach Hause durch Videos mit Geschichten, Bastelideen, Spielen und Anregungen, um den Alltag zu Hause etwas abwechslungsreicher und spannender zu gestalten.
Und immer mal wieder gibt es auch bunte, fröhliche Post, da bei einigen der Zugang zu Internet nicht ganz einfach ist.

Mit einer unserer Mädelsgruppen treffen wir uns weiterhin wöchentlich – nicht so ganz echt, aber trotzdem live, per Video über Computer oder Smartphone. Und das klappt erstaunlich gut und tut allen richtig gut. Einfach nur einander zu hören und zu sehen, sich auszutauschen und Gedanken zu teilen, ist unglaublich ermutigend.
Wo es per Bild nicht geht, da bemühen wir uns über Telefon Unterstützung anzubieten, oder einfach nur zu signalisieren, dass wir da sind, dass die Menschen nicht vergessen sind und dass wir das gemeinsam schaffen.

Zunächst haben wir Einzelkontakte wieder aufgenommen und auch konkret unterstützt, wo Bedarf war.
Der Wert dieser Einzeltreffen ist sehr hoch, da viele unserer großen und kleine Besucher ein enormes Bedürfnis haben, ausführlich über die Erlebnisse während der Krise zu erzählen. Besonders die Mütter genießen es volle Aufmerksamkeit zu bekommen und bringen zum Ausdruck, dass sie es sehr schätzen, dass wir in Einzelkontakten ausschließlich für sie Zeit habe. Es ist schön zu sehen, dass das Vertrauen der Frauen auch durch den reduzierten Kontakt nicht gelitten hat.
Die geflüchteten Frauen haben durch das fehlende Gruppenangebot während der Krise verstärkt wahrgenommen, wie wertvoll die Kontakte mit deutschsprachigen Frauen für ihre Sprachentwicklung  sind. Sie freuen sich darüber und es stärkt ihr Selbstwertgefühl, wenn sie erleben, dass sie sich im Einzelgespräch mitteilen können und sie auch verstanden werden und Anteilnahme erfahren.

Seit Ende Juni haben wir ein Hygienekonzept und unsere Kinder in kleine Gruppen aufgeteilt, so dass sie jede Woche einmal ins Lighthouse kommen dürfen.
Aktuell können wir uns nur draußen treffen, da unsere Räume noch nicht fertig sind.

Die neuen Regelungen sind für alle sehr herausfordernd und begrenzen die Möglichkeiten sehr, aber wir merken, wie gerne alle wieder kommen und wie wichtig es ist.

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